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Prop Trading.
Einfach erklärt.

Der ausführliche Leitfaden zu Challenges, Drawdown, Auszahlungen, Anbieterwahl und den Routinen, die unnötige Regelverstöße vermeiden.

38 FRAGEN & ANTWORTEN6 THEMENBEREICHEREDAKTIONELL GEPRÜFT
01

Grundlagen

Was Prop Trading ist, wie Evaluierungen funktionieren und was ein „funded“ Konto tatsächlich bedeutet.

Was ist Prop Trading?

Beim klassischen Proprietary Trading handelt ein Unternehmen mit eigenem Kapital. Viele Online-Prop-Firm-Angebote verkaufen dagegen zunächst eine kostenpflichtige Evaluation. Erfolgreiche Teilnehmer erhalten je nach Vertrag ein simuliertes oder reales Konto und können unter weiteren Bedingungen eine Vergütung beantragen. Der Begriff „Funded Account“ allein sagt deshalb noch nicht, welche Leistung tatsächlich angeboten wird.

Wie funktioniert eine Prop-Firm-Challenge?

Du erhältst ein Regelkonto mit Gewinnziel, Verlustgrenzen und weiteren Vorgaben. Erreichst du das Ziel, ohne eine Regel zu verletzen, folgt je nach Modell eine zweite Phase oder direkt ein Master-/Funded-Konto. Ein bestandenes Ziel allein genügt nicht immer: KYC, Vertragsprüfung, Mindesthandelstage oder Konsistenzregeln können zusätzlich gelten.

Ist ein Funded Account immer ein echtes Live-Konto?

Nein. Viele Anbieter stellen zunächst ein simuliertes Konto bereit und zahlen erfolgreiche Trader aus eigenen Mitteln oder nach internen Risikomodellen aus. Manche Firmen übertragen ausgewählte Trader später in eine Live-Umgebung. Lies deshalb nach, ob der Anbieter von Demo, Simulated, LiveSim, Performance oder Live Account spricht.

Verdiene ich sofort echtes Geld?

Nicht automatisch. Erst müssen die Bedingungen für eine auszahlbare Vergütung erfüllt sein. Gewinn im Dashboard, auszahlbarer Betrag und tatsächlich überwiesene Auszahlung sind drei verschiedene Dinge. Payout-Fenster, Buffer, Mindestbetrag, Konsistenz und KYC können dazwischenliegen.

Was ist der Unterschied zwischen Forex-/CFD- und Futures-Prop-Firmen?

CFD-/Forex-Programme bilden häufig Devisen, Indizes, Rohstoffe und teilweise Krypto über Plattformen wie MT5, cTrader oder Match-Trader ab. Futures-Programme orientieren sich an börsengehandelten Kontrakten und Plattformen wie Tradovate, NinjaTrader oder Rithmic. Handelszeiten, Datengebühren, Kontraktgrößen und Drawdown-Logik unterscheiden sich deutlich.

02

Modelle & Kosten

1-Step, 2-Step, Instant Funding, Monatsabos und die Kosten, die hinter dem Einstiegspreis stecken können.

Was ist eine 1-Step-Challenge?

Bei einer 1-Step-Challenge musst du nur eine Evaluierungsphase bestehen. Der Weg ist kürzer, dafür sind Tagesverlust, Gesamtverlust, Konsistenz oder Gewinnziel oft strenger. Vergleiche nicht nur die Anzahl der Phasen, sondern den gesamten Abstand zwischen Startbalance und tatsächlicher Verlustgrenze.

Was ist eine 2-Step-Challenge?

Hier folgen zwei Evaluierungsphasen aufeinander. Die zweite Phase hat häufig ein niedrigeres Gewinnziel, kann aber dieselben Risikoregeln besitzen. Der längere Weg kann günstiger oder regeltechnisch entspannter sein als ein 1-Step-Modell.

Was bedeutet Instant Funding?

Instant Funding überspringt die klassische Challenge oder verkürzt sie stark. Dafür sind Kaufpreis, Profit Split oder Drawdown oft weniger günstig. „Instant“ bedeutet nicht automatisch, dass sofort eine Auszahlung möglich ist.

Einmalpreis oder Monatsabo – was ist besser?

Ein Einmalpreis ist planbarer, während ein günstiges Monatsabo teuer werden kann, wenn die Evaluation mehrere Monate dauert. Rechne mit deiner realistischen Bestehensdauer und prüfe, ob das Abo automatisch verlängert wird. Kündige nicht benötigte Konten ausdrücklich und bewahre die Bestätigung auf.

Welche Zusatzkosten können entstehen?

Möglich sind Aktivierungsgebühren nach dem Bestehen, Resets, Datenfeeds, Plattformlizenzen, Auszahlungsgebühren, Wechselkurskosten und kostenpflichtige Add-ons. Der niedrigste Werbepreis ist daher nicht zwingend der günstigste Weg bis zur ersten Auszahlung.

Lohnt sich ein Rabattcode immer?

Ein Code senkt den Preis, verbessert aber keine schlechten Regeln. Vergleiche zuerst Drawdown, Auszahlungsbedingungen und Gesamtkosten. Nutze den Code erst als letzten Optimierungsschritt und kontrolliere vor Zahlung, ob der Checkout den Rabatt wirklich übernommen hat.

03

Regeln verstehen

Die Begriffe, an denen die meisten Challenges scheitern: Drawdown, Tagesverlust, Konsistenz und Auszahlungsbedingungen.

Was ist der maximale Verlust oder Max Loss?

Der Max Loss ist die Untergrenze, die Balance oder Equity nicht unterschreiten darf. Entscheidend ist, ob er statisch, intraday-trailing oder end-of-day-trailing berechnet wird. Zwei Konten mit derselben Prozentzahl können dadurch ein sehr unterschiedliches Risiko haben.

Was bedeutet statischer Drawdown?

Die Verlustgrenze bleibt grundsätzlich an einem festen Wert unter der Startbalance. Gewinne vergrößern den Abstand zur Grenze. Das ist meist leichter zu planen als ein nachlaufender Drawdown, sofern keine andere Regel die Grenze später verändert.

Was ist ein Trailing Drawdown?

Die Verlustgrenze folgt dem erreichten Höchststand. Intraday-Trailing kann auch während offener Gewinne nachziehen; End-of-Day-Trailing wird typischerweise anhand eines Tagesendwerts aktualisiert. Prüfe zusätzlich, ob und wo die Grenze später einfriert.

Was ist das Daily Loss Limit?

Das Daily Loss Limit begrenzt den Verlust innerhalb eines Handelstags. Anbieter können Balance, Equity, offene Positionen, Gebühren und den Tageswechsel unterschiedlich berücksichtigen. Notiere Zeitzone und Reset-Zeit des Anbieters, nicht nur deine lokale Uhrzeit.

Was ist eine Konsistenzregel?

Sie begrenzt häufig, wie groß dein bester Handelstag im Verhältnis zum Gesamtgewinn sein darf. Ein einzelner sehr großer Gewinn kann dadurch die Auszahlung verzögern, obwohl das Konto profitabel ist. Plane gleichmäßigere Tagesziele und prüfe, ob die Regel in Evaluation, Funded-Phase oder beiden gilt.

Sind News Trading und Overnight-Halten erlaubt?

Das hängt vom konkreten Modell ab. Manche Anbieter erlauben das Halten, verbieten aber das Öffnen oder Schließen rund um bestimmte Nachrichten. Andere unterscheiden zwischen Evaluation und Funded-Phase. Verlasse dich nicht auf eine allgemeine FAQ, sondern auf die Regelversion deines gekauften Kontos.

Was bedeuten Mindesthandelstage und profitable Tage?

Mindesthandelstage verlangen Aktivität an mehreren getrennten Handelstagen. Profitable Tage können zusätzlich einen Mindestgewinn pro Tag voraussetzen. Ein Mini-Trade erfüllt die Bedingung daher nicht automatisch.

Was ist eine Scaling Rule?

Eine Scaling Rule begrenzt die Positionsgröße, bis bestimmte Gewinnschwellen erreicht sind, oder erhöht später die Kontogröße. Wer zu früh zu viele Kontrakte oder Lots handelt, kann trotz positiver P&L gegen die Regeln verstoßen.

04

Anbieter auswählen

So vergleichst du Anbieter, ohne dich von einem hohen Rabatt oder großen Kontowert blenden zu lassen.

Welche fünf Punkte sollte ich zuerst vergleichen?

Prüfe zuerst Drawdown-Art, tatsächlichen Abstand zur Verlustgrenze, Gesamtkosten bis zur ersten Auszahlung, Auszahlungsregeln und Vertrags-/Regeltransparenz. Plattform, Instrumente und Support kommen danach. Der nominelle Kontowert allein sagt wenig über das nutzbare Risiko aus.

Wie hilfreich sind Trustpilot-Bewertungen?

Sie sind ein Stimmungsindikator, aber kein Beweis für Zahlungsfähigkeit oder faire Regeln. Achte auf Bewertungsanzahl, zeitliche Verteilung, verifizierte Bewertungen, wiederkehrende Kritikpunkte und Trustpilot-Warnhinweise. Lies gezielt aktuelle 1-, 3- und 5-Sterne-Bewertungen statt nur den Durchschnitt.

Welche Warnsignale sollte ich ernst nehmen?

Warnsignale sind unklare Betreiberangaben, widersprüchliche Regeln, aggressiver Zeitdruck, unrealistische Gewinnversprechen, häufige rückwirkende Änderungen, fehlende Supportwege und auffällige Bewertungsmuster. Ebenfalls kritisch: Ein Checkout, der Zusatzkosten erst sehr spät zeigt.

Wie prüfe ich einen Anbieter vor dem Kauf?

Speichere Preisseite, Regeln, Payout Policy und AGB als PDF oder Screenshot. Suche nach Betreiber, Anschrift, Vertragspartei, Rückerstattung, verbotenen Strategien und Streitbeilegung. Stelle dem Support eine konkrete Regelfrage und bewerte, ob die Antwort schriftlich, eindeutig und mit einer Quelle belegt ist.

Ist der Anbieter mit dem höchsten Profit Split automatisch der beste?

Nein. Ein hoher Split hilft wenig, wenn die Auszahlung schwer erreichbar ist oder Kosten und Drawdown ungünstig sind. Vergleiche den realistisch auszahlbaren Anteil nach Gebühren, Mindestbeträgen, Buffer und Scaling.

Sollte ich mehrere Anbieter gleichzeitig nutzen?

Für Einsteiger erhöht das meist Komplexität und Kosten. Unterschiedliche Zeitzonen, Regeln und Plattformen begünstigen Fehler. Beherrsche zunächst ein Regelwerk und dokumentiere Ergebnisse, bevor du diversifizierst.

05

Tipps für die Challenge

Praktische Routinen für Disziplin, Risikomanagement und einen kontrollierten Evaluierungsprozess.

Wie viel sollte ich pro Trade riskieren?

Einen universellen Prozentsatz gibt es nicht. Leite dein Limit aus dem tatsächlich verfügbaren Verlustpuffer, der typischen Stop-Distanz und einer realistischen Verlustserie ab. Die nominelle Kontogröße ist dafür weniger aussagekräftig als der Abstand zur verbindlichen Verlustgrenze.

Brauche ich ein persönliches Tageslimit?

Ein eigenes Tageslimit unterhalb der Anbietergrenze kann Regelverstöße durch Stress, Serienverluste oder technische Probleme begrenzen. Die Höhe sollte aus deinem dokumentierten Handelsplan stammen und nicht spontan während einer Verlustserie geändert werden.

Wie bestehe ich eine Challenge möglichst schnell?

Die bessere Frage lautet: Wie bestehe ich sie reproduzierbar? Erhöhe nicht spontan das Risiko, nur weil das Gewinnziel nah ist. Ein langsamer, regelkonformer Prozess ist wertvoller als ein schneller Pass, dessen Stil in der Funded-Phase nicht haltbar ist.

Sollte ich zuerst auf einem Demokonto üben?

Ja. Simuliere mindestens mehrere Wochen exakt dieselben Regeln, Handelszeiten und Positionsgrößen. Erst wenn du das Ziel wiederholt ohne Regelbruch erreichst, ist eine bezahlte Evaluation sinnvoller.

Was gehört in ein Prop-Trading-Journal?

Dokumentiere Setup, Einstieg, Stop, geplantes Risiko, Ergebnis, Screenshot, Regelabstand und emotionalen Zustand. Ergänze täglich den verbleibenden Drawdown sowie den Anteil des besten Tages am Gesamtgewinn. So erkennst du Regelrisiken, bevor das Dashboard sie meldet.

Wie verhindere ich versehentliche Regelverstöße?

Erstelle eine einseitige Regelkarte mit Zeitzone, Tagesreset, Max Loss, Daily Loss, News-Fenstern, maximaler Positionsgröße, Mindesttagen und Payout-Regeln. Prüfe sie vor jeder Session und nach jeder Regeländerungs-E-Mail.

Was mache ich nach einem Verlusttag?

Reduziere nicht automatisch den Stop und erhöhe nicht die Frequenz. Prüfe zuerst, ob der Verlust innerhalb des Plans lag. War der Prozess korrekt, bleibt die Strategie unverändert; war es ein Disziplinfehler, ist eine Pause oft wertvoller als der nächste Trade.

06

Auszahlung, Steuern & Probleme

Was vor dem ersten Payout zu klären ist und wie du bei Unstimmigkeiten strukturiert vorgehst.

Wann kann ich die erste Auszahlung beantragen?

Das hängt von Mindesthandelstagen, Payout-Fenster, Buffer, Konsistenz, Mindestbetrag und KYC ab. Suche in der Payout Policy nach einem vollständigen Beispiel. Eine Formulierung wie „Payouts ab Tag 1“ kann trotzdem weitere Bedingungen enthalten.

Warum kann eine Auszahlung abgelehnt oder geprüft werden?

Häufige Gründe sind Regelverstöße, verbotene Strategien, KYC-Abweichungen, koordinierter Handel, Copy Trading oder technische Auffälligkeiten. Eine Prüfung ist nicht automatisch eine endgültige Ablehnung. Verlange eine schriftliche Begründung mit Regelstelle und konkreten Trade-IDs.

Was soll ich bei einem Streitfall dokumentieren?

Sichere Kontoauszüge, Order-Historie, Plattform-Logs, Screenshots, E-Mails, Chatprotokolle, AGB und die Regelversion vom Kaufdatum. Kommuniziere sachlich in einem Ticket und setze eine angemessene Frist für eine schriftliche Antwort. Veröffentliche keine personenbezogenen Daten oder Zugangsdaten.

Muss ich Prop-Trading-Auszahlungen in Deutschland versteuern?

Auszahlungen können steuerlich relevant sein, die Einordnung hängt aber von Vertrag, Tätigkeit und persönlicher Situation ab. Funded Compass bietet keine Steuer- oder Rechtsberatung. Bewahre Rechnungen und Abrechnungen auf und kläre die Behandlung frühzeitig mit einer Steuerberaterin oder einem Steuerberater.

Ist Prop Trading reguliert wie ein Broker?

Nicht zwingend. Ein Evaluierungsanbieter mit simulierten Konten kann rechtlich anders einzuordnen sein als ein Broker oder Wertpapierinstitut. Prüfe deshalb genau, welche Gesellschaft dein Vertragspartner ist und welche Leistung du kaufst. Eine bekannte Marke oder gute Bewertung ersetzt keine aufsichtsrechtliche Prüfung.

Kann ich die Challenge-Gebühr verlieren?

Ja. Bei einem Regelverstoß oder Nichtbestehen ist die Gebühr häufig verbraucht; manche Anbieter erstatten sie erst nach bestimmten Auszahlungen. Bezahle nur einen Betrag, dessen vollständigen Verlust du tragen kannst, und kaufe nicht impulsiv mehrere Resets.

VOR DEM KAUF

Die 10-Minuten-Checkliste.

  1. Vertragspartner und Anschrift identifizieren
  2. Drawdown-Art und Berechnungszeitpunkt notieren
  3. Daily Loss inklusive Equity und Gebühren verstehen
  4. Gesamtkosten bis zur ersten Auszahlung berechnen
  5. Payout-Fenster, Buffer und Konsistenz prüfen
  6. News-, Overnight- und Copy-Trading-Regeln lesen
  7. Plattform und erlaubte Instrumente bestätigen
  8. Regelseiten und Checkout-Preis sichern
  9. Trustpilot-Warnhinweise und aktuelle Kritik lesen
  10. Erst danach Rabattcode anwenden und bestellen

Weiterführende Quellen

Für das allgemeine Produktrisiko verweist Funded Compass auf Informationen der deutschen und europäischen Finanzaufsicht. Diese Quellen beurteilen nicht automatisch ein konkretes Prop-Firm-Modell.

BaFin: CFD-Schutzmaßnahmen ↗ESMA: Risiken von CFDs ↗Funded Compass Risikohinweis →

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